Erfahrungsbericht

Unsere Juniorenfirma eröffnet - durch die Verknüpfung von Bildungs-, und Arbeitswelt sowie der Kooperation mit Behinderteneinrichtungen - der beruflichen Schule Bühl neue attraktive Perspektiven, ihr bewährtes berufsbezogene Profil gezielt weiterzuentwickeln.

Die Junioren haben in einer Juniorenfirma die Möglichkeit,

  • die Notwendigkeit der engen Zusammenwirkens der verschiedenen Bereiche eines Unternehmens zu erfahren
  • unternehmerische Entscheidungen zu treffen und zu erkennen, wie sich die Entscheidungen auf das Unternehmensergebnis auswirken
  • selbst die Erfahrung zu machen, dass Planung und Kontrolle wichtige Instrumente der Unternehmensführung sind
  • selbständig zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu begründen 
  • mit anderen vernünftig und verantwortungsbewusst zu kommunizieren, sowie soziale Bindungen und Animositäten zu erfassen und zu verstehen. Das schließt auch ein, dass Nichtbehinderte und Behinderten ihre Lebensumwelt solidarisch für alle lebenswert gestalten.
  • sich in unternehmerischen Stresssituationen zu üben, dabei einen "kühlen Kopf" zu behalten und im Team nach Problemlösungen zu suchen
  • zu erkennen, wie bedeutend die Einhaltung von Terminabsprachen sowie eine funktionierende innerbetriebliche Kommunikation für einen reibungslosen Betriebsablauf sind und unmittelbare Rückwirkungen auf die Beziehung zum Kunden haben
  • die Notwendigkeit von Kooperation zu erkennen 
  • .....

Für alle Beteiligten ist die Gründung einer Juniorenfirma eine Herausforderung. Schülerinnen und Schüler sind keine Wirtschaftsfachleute; Lehrer an einer beruflichen Schule vielfach auch nur in der Theorie. Welcher Lehrer hat schon die Chance, all die kleinen und großen Probleme bei einer realen Firmengründung, beim Ein- und Verkauf, bei der Erstellung einer Inventur oder eines Jahresabschlusses tatsächlich selbst zu erfahren. In den  Gründerjahren werden die Lehrer  jedoch noch intensiv als "Führungsperson" benötigt, da es den Junioren anfangs nicht nur an fachlichem Wissen und Können mangelt, sondern sie verfügen oft auch nicht über ausreichende Fähigkeiten und Bereitschaft zu zielgerichtetem, planmäßigem und selbständigem Vorgehen bei der Lösung ihrer Aufgaben. Sie sind noch nicht an ihre neue Rolle als "Chef" gewöhnt.

Wichtig ist es, auf außerschulische Experten zurückgreifen zu können. Die Sparkasse Bühl übernimmt die Rolle eines Sponsors und unterstützt uns durch die Bereitstellung eines Kredits. Eine Wirtschafts- und Steuerberatungsgesellschaft steht uns mit Rat und Tat bei der Erstellung des Jahresabschlusses zur Seite. Werbefachleute haben unseren Logo-Entwurf überarbeitet. Das Autohaus Friedmann stellte uns zu sehr günstigen Bedingungen einen älteren, aber total überholten VW-Bus zur Verfügung. Die Juniorenfirma bietet zahllose Möglichkeiten, neue Kontakte zu Unternehmen, zu Körperschaften, zu Kommunen und zur Öffentlichkeit zu knüpfen bzw. bestehende zu erneuern. 

Doch je länger die Juniorenfirma am Markt ist, desto mehr haben sich die Lehrer zurückzuziehen, um den Junioren nur noch moderierend zur Seite zu stehen. Dabei ist die Rolle des Moderators reich an Facetten. Sie umfasst Beraten, Motivieren, Organisieren, Antreiben  und vieles mehr.

Der Junior soll sein Problem möglichst selbständig erkennen, mit Hilfe des Beraters konkretisieren und selbständig lösen. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, muss der Lehrer neue Informationen liefern, vorhandene einordnen und bereits gesteckte Ziele und Strategien präzisieren helfen. Er muss zuhören, aber auch zu schweigen, um dem Junior Zeit und Gelegenheit zur Problemlösung zu geben. Beraten heißt in diesem Zusammenhang, sich bewusst zurückzuhalten, auch dann, wenn offensichtlich falsche Wege gegangen werden, denn gerade die Fehler führen zu erheblichen Lerneffekten. Sicherlich hat die Zurückhaltung auch seine Grenzen, insbesondere dann, wenn die Geschäftsbeziehungen eine termingerechte Vertragserfüllung erforderlich machen.

Als größtes Problem für beide Seiten - Lehrer und Junioren - erweist sich die Zeit, die für ein solches Projekt zur Verfügung steht. Ein kontinuierlich am realen Markt agierendes Unternehmen muss eigentlich ständig präsent sein, muss Beziehungen zu Kunden und Lieferanten suchen und pflegen. Der wöchentliche Rhythmus, der normale Schulbetrieb, Klassenarbeiten und Ferien führen häufig zu Unterbrechungen und Störungen im Betriebsablauf. Kontakte zu Kunden und Lieferanten, aber auch Korrespondenz müssen diesem Sonderstatus einer Juniorenfirma angepasst werden.

 

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Letzte Aktualisierung am 09. September 2009.